Medien: Wie sich das ARD-Politikmagazin 'MONITOR' die Wirklichkeit zurechtbiegt

von Fred Kowasch

'Sudel-Ede' lässt grüßen. Wer sehen will, wie das Politikmagazin 'Monitor' die Wirklichkeit einseitig und verzerrend darstellt, dem sei der folgende Film aus dem Abendprogramm der ARD empfohlen. In ihm wird von den Autoren die These vertreten, die Vorfälle im Düsseldorfer Rheinbad seien von den meisten Medien falsch dargestellt worden. In Wahrheit wäre alles ganz anders gewesen. Harmloser, quasi ein dummer Jungenstreich nur. Zum Beleg dieser These werden die Vorfälle vom 26. Juli 2019 analysiert.



Mag sein, dass die Vorfälle an diesem Tag nicht so heftig gewesen sind. Das Bad möglicherweise voreilig geschlossen wurde. Was aber ist mit den Ereignissen am 29. und 30. Juni 2019? Von diesen Tagen gibt es durchaus heftige Video-Aufnahmen. Die deutlich zeigen, wer im Bad die Kontrolle hatte. Diese Vorfälle kommen im 'Monitor'-Filmbeitrag jedoch nur am Rande vor. Sie werden lediglich in einer kurzen Sequenz erwähnt.

Geht so sauberer, glaubwürdiger Journalismus? Bildet man die Wirklichkeit ab, wenn Fakten einseitig und verzerrt dargestellt werden?

Ich selbst habe von 1997 bis 1999 für 'MONITOR' gearbeitet. Unter der Leitung von Klaus Bednarz haben wir - zum Beispiel - vielbeachtete Beiträge über 'Doping im Radsport' realisiert. In dieser Zeit habe ich auch Praktiken erlebt, die mich - als jungen Journalisten - sehr nachdenklich gemacht haben. Nicht selten stand intern - vor der Recherche - die inhaltliche Ausrichtung des Filmes redaktionell schon fest.

Weil mich die Einseitigkeit in manchen Filmen störte - an die Propagandainstrumente eines Karl-Eduard von Schnitzler aus dem DDR-Fernsehen erinnerte - habe ich dies damals angesprochen. Die Reaktion: Schweigen. "Nächstes Thema". 'MONITOR' habe ich damals verlassen.

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