Klare Kante: Wenn die CDU zerbricht

Ein Kommentar von Fred Kowasch

10. Februar 2020
In diesen Zeiten sind die EILMELDUNGEN schon fast Routine. Will man am Morgen noch einen Kommentar unter der Überschrift 'Demokratie als Farce' verfassen (weil das Handeln der CDU-Führungsriege in den letzten Tagen nichts anderes ist), da platzt um 9:32 Uhr via Twitter eine Nachricht von zeit.online herein. Die amtierende CDU-Vorsitzende wirft hin, will sich nicht um die nächste Kanzlerkandidatur bewerben.cdu parteitag 2018

In der CDU bebt es, fliegen sprichwörtlich die Fetzen. Ein solcher Zustand ist allenfalls aus dem Dezember 1999 erinnerlich. Da durchlebten die Christdemokraten um Ex-Kanzler Helmut Kohl gerade ihre Spendenaffäre. Und eine Angela Merkel stiegt einem Phoenix gleich aus der Parteiasche von Betrug und Lüge hervor.

20 Jahre später reisst ihr verbissenes Klammern an die Macht eine ganze Partei mit in den Abgrund. Wirkt die inhaltliche Dogmatik einfach nur noch weltfremd.

Ein Partei in der Klemme. Auch weil sich die CDU die politischen Ausgänge - zumindest in Ostdeutschland - ideologisch verbaut hat. Hier keine Zusammenarbeit mit den SED-Nachfolgern, die in Teilen ja längst eine neue Partei geworden sind. Dort keine Duldung von AfD-Gnaden, weil ihr Führer in Thüringen nun mal Björn Höcke heißt.

Beides wird sich auf Dauer nicht durchhalten lassen. Mehr als die Hälfte der Wählerstimmen - wie in Thüringen - (in Sachsen sind es 38, Brandenburg 34 Prozent) können nicht negiert werden, will man sich nicht selbst ins parteipolitische Abseits stellen. Wenn sich die CDU hier nicht bewegt, ist es bald vorbei mit ihr. Wie man sich als Partei 'gepflegt' ins Aus schiesst, haben gerade die Sozialdemokraten vorgemacht. Auf gehts: zur nächsten EILMELDUNG.

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